Wärmepumpen-Technologie
Wärme fließt auf natürliche Weise von einer höheren zu einer niedrigeren Temperatur. Wärmepumpen sind jedoch in der Lage, den Wärmestrom in die andere Richtung zu zwingen, indem sie eine relativ kleine Menge an hochwertiger Antriebsenergie (Strom, Kraftstoff oder Hochtemperatur-Abwärme) verwenden. So können Wärmepumpen Wärme aus natürlichen Wärmequellen in der Umgebung (z. B. Luft, Boden oder Wasser) oder aus künstlichen Wärmequellen (z. B. Industrie- oder Haushaltsabfälle) an ein Gebäude oder eine industrielle Anwendung übertragen. Wärmepumpen können auch zur Kühlung eingesetzt werden. Die Wärme wird dann in umgekehrter Richtung von der zu kühlenden Anwendung an die Umgebung mit einer höheren Temperatur übertragen. Manchmal wird die überschüssige Wärme aus der Kühlung genutzt, um einen gleichzeitigen Wärmebedarf zu decken.
Um Wärme von einer Wärmequelle zu einer Wärmesenke zu transportieren, wird externe Energie für den Antrieb der Wärmepumpe benötigt. Theoretisch ist die von der Wärmepumpe gelieferte Gesamtwärme gleich der der Wärmequelle entzogenen Wärme plus der zugeführten Antriebsenergie. Elektrisch betriebene Wärmepumpen für die Gebäudeheizung liefern in der Regel 100 kWh Wärme mit nur 20-40 kWh Strom. Viele industrielle Wärmepumpen können eine noch höhere Leistung erzielen und die gleiche Wärmemenge mit nur 3-10 kWh Strom liefern.
Da Wärmepumpen weniger Primärenergie verbrauchen als herkömmliche Heizsysteme, sind sie eine wichtige Technologie zur Verringerung umweltschädlicher Gasemissionen wie Kohlendioxid (CO2), Schwefeldioxid (SO2) und Stickoxide (NOx). Die Gesamtumweltauswirkungen von Elektrowärmepumpen hängen jedoch stark davon ab, wie der Strom erzeugt wird. Wärmepumpen, die mit Strom aus Wasserkraft oder erneuerbaren Energien betrieben werden, reduzieren die Emissionen stärker als solche, die in Kohle-, Öl- oder Gaskraftwerken erzeugt werden.
Die beiden wichtigsten Wärmepumpentypen
Fast alle derzeit in Betrieb befindlichen Wärmepumpen basieren entweder auf einem Dampfkompressions- oder auf einem Absorptionszyklus. Diese beiden Prinzipien werden in den folgenden beiden Abschnitten kurz erörtert.
Theoretisch kann das Wärmepumpen durch viele weitere thermodynamische Zyklen und Verfahren erreicht werden. Dazu gehören Stirling- und Vuilleumier-Zyklen, einphasige Zyklen (z. B. mit Luft, CO2 oder Edelgasen), Feststoff-Dampf-Sorptionssysteme, Hybridsysteme (insbesondere die Kombination von Dampfkompressions- und Absorptionszyklus) sowie elektromagnetische und akustische Verfahren. Einige dieser Verfahren kommen gerade auf den Markt oder haben die technische Reife erreicht und könnten in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.
Dampfkompression
| Abbildung 1: Geschlossener Kreislauf, elektromotorisch angetriebene Dampfkompressionswärmepumpe
| |
Abbildung 2: Geschlossener Kreislauf, motorbetriebene Dampfkompressionswärmepumpe.
| ||
Abbildung 3: Absorptionswärmepumpe
|
Absorption
Absorptionswärmepumpen werden thermisch angetrieben, d. h. der Kreislauf wird durch Wärme und nicht durch mechanische Energie angetrieben. Absorptionswärmepumpen für die Raumklimatisierung werden häufig mit Gas befeuert, während Industrieanlagen in der Regel mit Hochdruckdampf oder Abwärme betrieben werden.
Absorptionssysteme nutzen die Fähigkeit von Flüssigkeiten oder Salzen, den Dampf der Arbeitsflüssigkeit zu absorbieren. Die häufigsten Arbeitspaare für Absorptionssysteme sind:
Wasser (Arbeitsmittel) und Lithiumbromid (Absorptionsmittel); und
Ammoniak (Arbeitsmittel) und Wasser (Absorptionsmittel).
In Absorptionssystemen wird die Verdichtung des Arbeitsmittels thermisch in einem Lösungskreislauf erreicht, der aus einem Absorber, einer Lösungspumpe, einem Generator und einem Expansionsventil besteht, wie in Abbildung 3 dargestellt. Der Niederdruckdampf aus dem Verdampfer wird im Absorptionsmittel absorbiert. Bei diesem Vorgang wird Wärme erzeugt. Die Lösung wird auf hohen Druck gepumpt und gelangt dann in den Generator, wo das Arbeitsmittel mit externer Wärmezufuhr bei hoher Temperatur abgekühlt wird. Das Arbeitsmittel (Dampf) wird im Kondensator kondensiert, während das Absorptionsmittel über das Expansionsventil in den Absorber zurückgeführt wird.
Die Wärme wird der Wärmequelle im Verdampfer entzogen. Die Nutzwärme wird bei mittlerer Temperatur im Kondensator und im Absorber abgegeben. Im Generator wird Hochtemperaturwärme zum Betrieb des Prozesses bereitgestellt. Für den Betrieb der Lösungspumpe kann eine geringe Menge Strom erforderlich sein.
Zu Wärmetransformatoren, die durch die gleichen Absorptionsprozesse Abwärme aufwerten können, ohne eine externe Wärmequelle zu benötigen, siehe den Abschnitt über Wärmepumpen in der Industrie.







